Es gibt in der Literatur eine Vielzahl unterschiedlicher Begriffsdefinitionen von «Innovation». Seinen Ursprung hat «Innovation» im Latein: «innovare» steht für «erneuern»[1]. In den heutigen Sprachbegriff eingeführt wurde der Begriff von Joseph A. Schumpeter, der als «Vater» des Innovationsbegriffs gilt. Er definiert Innovation als die Umsetzung neuer Kombinationen in die Realität:

«the doing of new things or the doing of things that are already done, in a new way»

Joseph A. Schumpeter

Im Gegensatz zur Produktion, was die übliche Kombination vorhandener Dinge und Kräfte ist, sind Innovationen neue und andersartige Kombinationen der zur Verfügung stehenden Dinge und Kräfte (Borbély, 2008, S. 401–402 in De Roni, 2020, S. 3). Schumpeter beschrieb mit der Idee der Durchsetzung und dem disruptiven Charakter Merkmale, die bis heute gültig sind. Hauschildt und Salomo (2011, S. 4) definieren Innovationen als «[…] qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber dem Vergleichszustand „merklich“ – wie auch immer das zu bestimmen ist – unterscheiden». Das heisst, dass nur bei einer neuartigen Zweck-Mittel-Kombination also Innovation vorliegt.

Edward B. Roberts (1988, S. 13ff in De Roni, 2020, S. 3) beschrieb Innovation wie folgt:

Innovation = Invention + Exploitation

  • Der Erfindungsprozess (Invention) deckt alle Anstrengungen zum Ziel der Generierung von neuen Ideen und diese zum Laufen zu bringen.
  • Der Nutzbarmachungsprozess (Exploitation) umfasst alle Phasen der kommerziellen Entwicklung, Anwendung und Übertragung, einschliesslich der Fokussierung von Ideen oder Erfindungen auf bestimmte Ziele, der Bewertung dieser Ziele, der nachgelagerten Übertragung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen und der späteren breit angelegten Nutzung und Verbreitung der Ergebnisse.

Dimensionen der Innovation

In der Literatur werden verschiedene Dimensionen von Innovation genannt (vgl. Abb. 2). So kann Innovation nicht nur inkrementell, sondern auch radikal/disruptiv sein. Disruptive Innovationen verändern das Leistungsversprechen eines Marktes (Christensen, 2016, S. xix). Darüber hinaus wird auch zwischen folgenden Typologien unterschieden:

  • Produkt- und Service-Innovation
  • Prozess-Innovation
  • Organisations-Innovation
  • Geschäftsmodell (Paradigma)-Innovation

(Bessant & Tidd, 2015, S. 39; Hauschildt & Salomo, 2011, S. 8–11; Trott, 2017, S. 17)

Abb. 2: Dimensionen der Innovation, eigene Darstellung in Anlehnung an (Bessant & Tidd, 2015, S. 39; Christensen, 2016, S. xix; Hauschildt & Salomo, 2011, S. 8–11; Trott, 2017, S. 17), Darstellung gemäss De Roni, F. (2020)

Wie Innovation entsteht

Sowohl Schumpeter als auch Roberts sagen, dass Innovation über eine Idee hinausgeht. Es braucht auch die Bearbeitung der Idee. Eine methodische Vorgehensweise lohnt sich, weil es sich bei Innovation selten um Zufälle handelt (Gassmann & Granig, 2013, S. 2–5).

Vahs und Burmester gliedern den Innovationsprozess in einzelne Kernphasen (siehe Abb. 3). Der Prozess beginnt mit einer Situationsanalyse und Problemidentifikation, woraus Innovationsanstösse resultieren. Ideen können sowohl generiert als auch aus externen Quellen wie Kunden, Lieferanten, Wettbewerber usw. stammen. Der Prozess endet mit der Markteinführung. Zum Prozess gehört auch ein Controlling-System dazu, welches phasenübergreifend alle Querschnittsprozesse überwacht und so sicherstellt, dass der Innovationsprozess systematisch und zielorientiert durchgeführt wird und die entsprechenden Aktivitäten geplant, koordiniert und kontrolliert werden können (Vahs & Burmester, 2005, S. 92 in De Roni, 2020, S. 4).

Abb. 3: Grundschema des Innovationsprozesses (eigene Darstellung in Anlehnung an (Kägi, 2017, S. 11; Vahs & Burmester, 2005, S. 92), Darstellung gemäss De Roni, F. (2020)

Gemäss Kägi (2017, S. 11–12) ist für Innovation noch mehr notwendig: Sie soll die Wettbewerbsfähigkeit eines Kunden  oder Konsumenten steigern. Eine Innovation muss somit Wert für den Kunden haben, damit sich auch auf dem freien Markt Erfolg einstellen kann.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient Ausbildungs- und Inspirationszwecken (This article serves educational and inspirational purpose). Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus der Masterthesis “Innovation Y & Z: Ein auf Generation Y und Z ausgerichteter Innovationsprozess für Softwarehersteller” von Flavio De Roni, welche 2020 an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich (HWZ) eingereicht worden ist. Die Teilung des Inhalts erfolgt mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors. Die Management Summary und gesamte Arbeit findet sich unter folgendem Link auf flavioderoni.ch.

  • Bessant, J., & Tidd, J. (2015). Innovtion and Entrepreneurship (3. Aufl.). Wiley.
  • Borbély, E. (2008). J. A. Schumpeter und die Innovationsforschung. MEB 2008 – 6th International Conference on Management, Enterprise and Benchmarking, 1997, 401–410. Abgerufen von https://kgk.uni-obuda.hu/sites/default/files/33_BorbelyEmese.pdf
  • Christensen, C. M. (2016). The Innovator’s Dilemma: When New Technologies Cause Great Firms to Fail. Boston: Harvard Business Review Press.
  • De Roni, F. (2020). Firmenübergreifender Innovationsprozess für Finnova. HWZ.
  • Gassmann, O., & Granig, P. (2013). Innovationsmanagement: 12 Erfolgsstrategien für KMU. München: HANSER.
  • Hauschildt, J., & Salomo, S. (2011). Innovationsmanagement. München: Vahlen.
  • Kägi, M. (2017). Kompass Innovationsmanagement. buch & netz.
  • Roberts, E. B. (1988). Managing invention and innovation. Research Technology Management, (January/February), 11–29. https://doi.org/10.1080/08956308.2007.11657418
  • Trott, P. (2017). Innovation Management and New Product Development (6. Aufl.). Edinburgh: Pearson.
  • Vahs, D., & Burmester, R. (2005). Innovationsmanagement: von der Produktidee zur erfolgreichen Vermarktung (3. Aufl.). Schäffer-Poeschel.

in

  • De Roni, F. (2020). Innovation Y & Z: Ein auf Generation Y und Z ausgerichteter Innovationsprozess für Softwarehersteller. HWZ.

Bildquelle: Photo by Kristopher Roller on Unsplash


[1] https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/latein-deutsch/innovare


Flavio

Master in Business Innovation. B.Sc. Business Engineering|Innovation. Blogger. Traveller. Product Owner. Technology Strategy Manager. #ginvibes. Knight of Taste. Sports enthusiast. Foodie. Creative Kid. #iger. The guy behind inspiique.

1 Comment

Ansätze für Innovation - inspiique · 9 July 2021 at 13:59

[…] Angefangen hat alles mit einem Glossar. Danach wurde durch Begriffsdefinitionen von Innovation und der Generationen eine gemeinsame Basis geschaffen, weil hier oft ein unterschiedliches […]

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