Mit Generation Y sind […] die zwischen 1980 und 1995 (≥ 1980 und < 1995) Geborenen gemeint. Diese Abgrenzung ist abgestimmt auf die Erwerbstätigen nach Wirtschaftsabschnitt und Altersgruppe des Bundesamts für Statistik und ermöglicht so einen Vergleich. Der Begriff «Generation Y» wurde zum ersten Mal 1993 in einem Bericht der Fachzeitschrift Ad Age eingeführt (Parment, 2009, S. 15). Das «Y» steht auch für «Why» (deutsch: Warum), da nach dem tieferen Sinn der Arbeit gesucht wird (Maas, 2019, S. 8).

Internet: Generation Y hat die Entwicklung des Internets und des Smartphones erlebt und deshalb eine hohe Affinität dazu. Sie werden deshalb auch als Digital Natives, Millenials oder Internetgeneration bezeichnet. Das Internet stellt eine Erweiterung des realen Lebens dar (Burkhart, 2016, S. 33; Maas, 2019, S. 8).

Wir-Gefühl: Generation Y ist gut ausgebildet, hat hohe Erwartungen an Jobs und die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit sowie eine starke Orientierung an Communities (gfs.bern, 2018, S. 5). Durch digitale Vernetzung wird die Wir-Kultur gefördert. Daher kommen Wünsche nach Kollaboration, Sharing Economy, Communities, Facebook-Gruppen und Co-Working (Burkhart, 2016, S. 33).

Freiheit/Multioptionalität: Von anderen Menschen unabhängig zu sein ist für Vertreterinnen und Vertreter der Generation Y wichtig (gfs.bern, 2018, S. 15; Lussi, Gassmann, & Huber, 2019, S. 102). Durch Verbindung von modernen Technologien mit dem Zugang zum Internet gibt es viele neue Möglichkeiten, um dem Bedürfnis nach Freiheit nachzukommen. Allerdings führt diese Multioptionalität auch zu Unsicherheit. Stets begleitet die Angst, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben (Burkhart, 2016, S. 15,18). Sharing Economy («nutzen statt besitzen») bietet der Generation Y ebenfalls eine Form von Freiheit. Dabei können sowohl ökonomische als auch ideologische Gründe wie nachhaltiger Umgang mit Ressourcen oder soziale/ökologische Ziele eine Rolle spielen (Burkhart, 2016, S. 15; gfs.bern, 2018, S. 30–31).

Instant: Freiheit misst sich auch mehr am Zugang zu Dingen als am Besitz der Dinge. Und zwar am Zugang genau dann, wenn er benötigt wird (Burkhart, 2016, S. 15).

Flexibilität: Andererseits steht auch Jobsicherheit und Eigenvorsorge im Vordergrund. Es geht nicht mehr um eine sichere Anstellung, sondern um das Sichern der eigenen Karriere bis zum Eintritt ins Rentenalter. Dazu ist es notwendig, sich kontinuierlich an neue Bedingungen anzupassen (Burkhart, 2016, S. 30). Das Bewusstsein für lebenslanges Lernen ist bei den Schweizer Jugendlichen breit verankert (gfs.bern, 2018, S. 24). Informelles Lernen (z.B. via Massive Open Online Course [MOOC]), das jederzeit möglich ist, scheint wichtiger zu werden (Burkhart, 2016, S. 34,182).

Work-Life-Balance: Eigenvorsorge wird immer wichtiger. Das Alleinversorgermodell hat ausgedient; beide Elternteile müssen resp. wollen arbeiten. Freizeit und Beruf soll im Gleichgewicht sein (Work-Life-Balance)(Burkhart, 2016, S. 30). Maas (2019, S. 8) geht noch einen Schritt weiter und benennt es «Work-Life-Blending»: Arbeit und Leben verschmelzen.

Berufsleben: Im Berufsleben geht es darum, einen spannenden Beruf zu haben und dass der Arbeitgeber modern ist und Platz für Kreativität bietet (gfs.bern, 2018, S. 15,23). Weiter ist Zusammenarbeit und mehr Austausch auf Augenhöhe gewünscht (Burkhart, 2016, S. 33,126). Auch hier besteht ein Wunsch nach Freiheit. So gilt es als normal, ein Sabbatical einzufordern, um der Schnelllebigkeit zu entfliehen oder die Arbeitszeit zu reduzieren, um nebenher eigene Projekte zu verfolgen (Burkhart, 2016, S. 180).

Burkhart (2016, S. 207) betont, dass Mitarbeitende der Generation Y bei all dieser Freiheit (Homeoffice, Teams, alleine…) lernen müssen, unternehmerisch zu denken und sich selbst führen zu können.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient Ausbildungs- und Inspirationszwecken (This article serves educational and inspirational purpose). Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus der Masterthesis “Innovation Y & Z: Ein auf Generation Y und Z ausgerichteter Innovationsprozess für Softwarehersteller” von Flavio De Roni, welche 2020 an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich (HWZ) eingereicht worden ist. Die Teilung des Inhalts erfolgt mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors. Die Management Summary und gesamte Arbeit findet sich unter folgendem Link auf flavioderoni.ch.

  • Burkhart, S. (2016). Die spinnen, die Jungen!: Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y (3. Aufl.). Offenbach: Gabal.
  • gfs.bern. (2018). Generation Digital: Solidarität trotz Unsicherheit und Herausforderungen durch Wandel. Generation Digital. https://doi.org/10.7551/mitpress/3222.001.0001
  • Lussi, I., Gassmann, Y., & Huber, S. G. (2019). Stabilität und Veränderung in den Werten junger Erwachsener in der Schweiz. In S. G. Huber (Hrsg.), Young Adult Survey Switzerland, Band 2 (S. 100–105). Bern: BBL / OFCL / UFCL.
  • Maas, R. (2019). Generation Z für Personaler und Führungskräfte. München: HANSER.
  • Parment, A. (2009). Die Generation Y –Mitarbeiter der Zukunft. Wiesbaden: Gabler.

in

  • De Roni, F. (2020). Innovation Y & Z: Ein auf Generation Y und Z ausgerichteter Innovationsprozess für Softwarehersteller. HWZ.

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Flavio

Master in Business Innovation. B.Sc. Business Engineering|Innovation. Blogger. Traveller. Product Owner. Technology Strategy Manager. #ginvibes. Knight of Taste. Sports enthusiast. Foodie. Creative Kid. #iger. The guy behind inspiique.

1 Comment

Ansätze für Innovation - inspiique · 9 February 2023 at 13:50

[…] Wer oder was ist die Generation Y? […]

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